Synbiotika

Synbiotika sind Kombinationen aus Probiotika und Präbiotika. Synbiotische Präparate enthalten sowohl probiotische Mikroorganismen, die die Darmflora wieder ins Gleichgewicht bringen sollen, als auch präbiotische Nahrungsstoffe, die den entsprechenden Keimen als Energie- und Nährstoffquelle dienen. Die gleichzeitige Gabe probiotisch wirksamer Bakterienstämme und spezifisch verfügbarer Futterstoffe bedingt unter idealen Bedingungen im weitesten Sinne einen synergistischen Effekt. Dieser äußert sich darin, dass die physiologisch aktiven Keime, die die ursprüngliche Darmflora unterstützen sollen, von der optimierten Nährstoffzufuhr profitieren und sich stark vermehren. Unerwünschte Darmbewohner können die bereit gestellten Präbiotika dagegen nicht nutzen, wodurch sie ökologisch ins Hintertreffen geraten. Synbiotika unterstützen in ihrer Zusammensetzung also eine antagonistische Besiedlungsstrategie, die den Konkurrenzkampf um einen günstigen Platz im Darmlumen zugunsten der Probiotika fördert.

Am augenfälligsten zeigt sich dieser Effekt bei Synbiotika, die Bifidobakterien und deren bevorzugtes Substrat Inulin enthalten. Inulin ist ein Polysaccharidgemisch, das in synbiotischen Nahrungsergäzungsmitteln als prebiotischer, leicht süßlich schmeckender Ballaststoff zum Einsatz kommt. Sowohl japanische als auch europäische Forschungsgruppen konnten zeigen, dass sich die Zahl der Bifidobakterien im Darm durch die gleichzeitige Gabe von Inulin gezielt erhöhen lässt. Weitere Studien, die den Synergismus in Synbiotika belegen sollen, laufen derzeit weltweit.

Bekannt ist außerdem, dass Bifidobakterien bei Neugeborenen den größten Anteil der Darmflora stellen. Nahrungsmittelexperten führen das mitunter ursächlich darauf zurück, dass die Muttermilch, die nahrungsmitteltechnisch selbst zu den Synbiotika zählt, besonders reich an Galactooligosacchariden ist, die ebenfalls zur bevorzugten Nahrungsquellen von Bifidobacterium ssp. gehören.

Handelsübliche Synbiotika enthalten die unterschiedlichsten Kombinationen. In seltenen Fällen ist der synergistische Effekt einzelner Präparate dabei so groß, dass sich das gesteigerte Bakterienwachstum in Blähungen äußert. Für Synbiotika Anwender ist in diesem Zusammenhang nützlich zu wissen, dass etliche Salat- und Gemüsesorten von Natur aus einen hohen Prozentsatz an präbiotisch wirksamen Stoffen enthalten. Menschen, die zum Beispiel häufig Chicoree, Knoblauch oder Schwarzwurzeln essen, können deshalb versuchsweise von den Synbiotika auch auf reine Probiotika umsteigen.